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Partizipative Projekte aus dem Bereich der Japanologie

16. November 2022  von Christian Wielander

Skispringen im Wandel – Von Kasai bis Kobayashi

Der Sport bringt immer wieder herausstechende Persönlichkeiten hervor, wie etwa die zwei japanischen Skispringer Kasai Noriaki und Kobayashi Ryōyū. Kasai hatte in den 80er Jahren sein Weltcup Debüt. Eine Zeit, in der das Skispringen noch ganz anders war. Bis heute trainiert der Publikumsliebling, unter anderem mit Kobayashi. Dieser zeichnet sich vor allem durch seine sportlichen Erfolge aus. Dank Kobayashi steht dem gesamten Skisprungsport eine vielversprechende Zukunft bevor. Kasais große Beliebtheit konnte im Zuge einer Analyse von Artikeln verschiedenster Nachrichtenplattformen ermittelt werden. Ein weiterer Aspekt, der sich nebenbei abzeichnete, ist, dass zukünftig Kobayashi im Mittelpunkt des Sportes sowie den Medien stehen könnte.

Brillante Leistungen, Alleinstellungsmerkmale, oder eine sehr lang andauernde Karriere – so machen sich Profisportler*innen meist einen Namen. Diese drei Eigenschaften treffen auf den japanischen Skispringer Kasai Noriaki zu. Der 1972 geborene Athlet war rund 30 Jahre als Skispringer international aktiv. Seine Omnipräsenz im Skisprungsport, nicht zuletzt auch sein sympathisches Auftreten, machten aus Kasai über die Jahre einen Publikumsliebling. Dabei hat er nicht nur Fans in den eigenen Reihen. Bei einer guten Platzierung freuen sich alle anderen Springer*innen, Trainer*innen und Zuschauer*innen mit ihm. Während seiner Laufbahn hat er nicht nur an etlichen Wettbewerben teilgenommen und viele gute Sprünge vollzogen, sondern auch Kameraden kommen und gehen sehen. Als Kasai bereits Ende der 80er im Weltcup sprang, wurde der heutzutage selbstverständliche Sprungstil, bei dem die Skier während des Fluges ein V formen, noch nicht von jedem Springer umgesetzt. 

Doch nicht nur die Techniken der Athleten, sondern auch deren Ausrüstungen und Sprungweiten, die Schanzen von denen gesprungen wird, die Einführung eines Weltcups für Frauen, sowie die Aufmerksamkeit und Berichterstattung der Medien, haben sich seit dem Karrierebeginn von Kasai stark verändert. Seine Laufbahn stellt quasi eine Brücke zwischen dem alten und modernen Skispringen da.

Während Kasai drei Jahre in Folge nicht für den Weltcup aufgestellt wurde, gibt es jüngst einen anderen Sportler des japanischen Kaders, der in aller Munde ist. Kobayashi Ryōyū ist auch wegen seiner herausragenden Leistungen bekannt. Gute Platzierungen und Siege erlangte er bei Wettbewerben wie der Vierschanzentournee, den olympischen Winterspielen, oder dem Gesamtweltcup. Manche dieser Platzierungen und Leistungen, die der 25-jährige innerhalb von sechs Jahren erreichte, kann selbst Kasai nach seiner (bisherigen) Laufbahn nicht vorzeigen.  Doch dessen Beharrlichkeit beim Springen und seine Fähigkeit mit Springer*innen mithalten zu können, die halb so alt sind wie er selbst, zeichnen ihn aus. Da die Beiden im selben Verein sind und zusammen trainieren, profitieren sie von den Stärken des jeweils anderen.

Das Ziel der Forschung war es herauszufinden, wie der Skispringer Kasai Noriaki in medialer Berichterstattung dargestellt wird. Konkret wurden dabei westliche Medien untersucht, vor allem deutschsprachige Nachrichtenplattformen wie „Der Standard“, „Skispringen.com“, oder „Neue Züricher Zeitung“. Im Zuge der Arbeit konnte festgestellt werden, dass Kasai fast ausnahmslos positiv wahrgenommen wird, unabhängig vom Ursprung eines Beitrags, oder der momentanen Leistung des Sportlers. Während der Recherche hatte sich ein interessanter Zusammenhang aufgezeigt, der nicht Teil der Forschungsfrage selbst war. Der Generationenwechsel der letzten Jahre positioniert Kobayashi nun in einer ähnlichen Stellung, wie sie Kasai einst innehatte – nämlich als den bekanntesten japanischen Skispringer.

Wie sich Kobayashi und der Sport des Skispringens in Zukunft noch entwickeln werden, steht in den Sternen. Grundlegende Änderungen in der Sportart, wie sie in der Vergangenheit immer wieder geschahen, wird es in der näheren Zukunft wohl nicht geben. Doch wenn die letzten 30 Jahre uns eines gezeigt haben, dann, dass das Skispringen immer weiter gehen wird.

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